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Impfstoffe gegen Corona: Hinweise für Rheuma-Betroffene

| News
Impfstoff gegen Corona
Totimpfstoffe sind bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und bei Patienten unter entsprechender Therapie uneingeschränkt einsetzbar.

Sollen sich Rheuma-Betroffene gegen SARS-CoV-2 impfen lassen? Wie ist das Verfahren zur Impfung geregelt? Wir beantworten einige Fragen.

Eignen sich die bisherigen Corona-Impfstoffe für Betroffene mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und sind diese sicher?

Mit Stand 15. März 2021 gibt es noch keine Daten zur Sicherheit und Effektivität der verschiedenen SARS-CoV-2-Impstoffe bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beziehungsweise bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie.

Sind die sogenannten m-RNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna Biotech und die Vektor-Impstoffe von AstraZeneca und Janssen-Cilag Tot- oder Lebendimpfstoffe?

Totimpfstoffe sind bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und bei Patienten unter entsprechender Therapie uneingeschränkt einsetzbar. Klassische Totimpfstoffe gegen SARS-CoV-2 befinden sich in der Entwicklung, also Impfstoffe, bei denen z.B. Eiweiße des Virus gemeinsam mit Hilfsstoffen verabreicht werden. Die Impfstoffe der Firmen Biontech/Pfizer und Moderna Biotech basieren auf mRNA (Boten-RNA) und sind ebenfalls als Totimpfstoffe anzusehen.

Die Impfstoffe der Firmen Astra-Zeneca und Janssen-Cilag basieren auf Viren, die sich NICHT im Körper vermehren können. Damit erfüllen auch diese Impfstoffe nicht die Definition eines Lebendimpfstoffes, sondern werden als „Vektor-Impfstoff“ oder „Vektor-basierter Impfstoff“ bezeichnet.

Welche Corona-Impfstoffe gibt es?

In Deutschland sind derzeit vier Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen: der Impfstoff Comirnaty des Unternehmens Biontech/Pfizer, der Impfstoff COVID-19-Vaccine Moderna des Unternehmens Moderna Biotech, der Impfstoff COVID-19 Vaccine AstraZeneca von AstraZeneca und Covid-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag / Johnson und Johnson. Von den Herstellern erhält Deutschland mehrere Millionen Impfdosen über die Europäische Union. Impfstoffe weiterer Hersteller sind derzeit noch in der Entwicklung.

Aktueller Hinweis:  Die Gesundheitsministerkonferenz hat am 30. März 2021 im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsminister beschlossen , dass der Impfstoff von AstraZeneca in erster Linie für Über-60jährige einzusetzen ist. Wer jünger ist, kann auf eigenen Wunsch und nach ausführlicher Aufklärung trotzdem mit AstraZeneca geimpft werden. Der Einsatz des Impfstoffs liegt im ärztlichen Ermessen. Wer sein 60. Lebensjahr vollendet hat, kann seine Zweitimpfung mit AstraZeneca erhalten. Für Personen, die jünger als 60 Jahre alt sind, empfiehlt das Robert-Koch-Institut für die Zweitimpfung momentan anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Nach einer individuellen Risikoanalyse mit dem Arzt kann aber auch weiterhin eine Verwendung des Impfstoffs von AstraZeneca bei der Zweitimpfung von Personen < 60 Jahre in Erwägung gezogen werden.

Weitere Informationen zum Impfstoff von Biontech/Pfizer

Weitere Informationen zum Impfstoff von Moderna Biotech

Weitere Informationen zum Impfstoff von AstraZeneca

Weitere Informationen zum Impfstoff von Janssen-Cilag / Johnson und Johnson

Was passiert mit der Erbinformation aus dem Impfstoff im menschlichen Körper?

Die Impfung mit mRNA oder dem Vektor-Impfstoff stellt den Körperzellen des geimpften Menschen vorübergehend eine Bauanleitung für Eiweißstoffe zur Verfügung, die typisch für das Virus sind. Diese Eiweiße führen wie bei anderen Impfungen dazu, dass das Immunsystem einschlägige Antikörper herstellt. Bei einer tatsächlichen Ansteckung mit dem Coronavirus kann das Immunsystem rascher reagieren.

Sowohl die mRNA als auch die DNA der Vektor-Impfstoffe werden in der Körperzelle abgebaut und haben keinen Einfluss auf das Erbgut der menschlichen Zellen. Außerdem kann der Organismus aus den injizierten Substanzen keine kompletten oder infektiösen Viruspartikel zusammensetzen.  Die Vektor-Impfstoffe werden vom körpereigenen Immunsystem kontrolliert und nach kurzer Zeit eliminiert.

Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie kann sowohl der Einsatz der mRNA-Impfstoffe als auch der Vektorimpfstoff für Betroffene mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen empfohlen werden.

Wie oft muss die Impfung erfolgen?

mRNA-Impfstoff Comirnaty

Laut Robert Koch Institut soll die Impfung zweimal im Abstand von drei bis sechs Wochen erfolgen.

mRNA-Impfstoff COVID-19-Vaccine Moderna

Laut Robert Koch Institut soll die Impfung zweimal im Abstand von vier bis sechs Wochen erfolgen.

COVID-19 Vaccine AstraZeneca (Vaxzevria):

Laut Robert Koch Institut soll die Impfung zweimal im Abstand von neun bis zwölf Wochen erfolgen.

Covid-19 Vaccine Janssen

Es ist nur eine Impfung erforderlich (Europäische Arzneimittel-Agentur).

Wenn das Immunsystem von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und mit entsprechender Therapie nicht ausreichend reagiert, muss möglicherweise eine Auffrischung oder eine weitere Impfung erwogen werden. Dazu werden Daten laufender Impfstudien und -beobachtungen kontinuierlich ausgewertet.

Welche Impfungen sind außerdem wichtig?

Unabhängig vom Coronavirus sollten Betroffene sich gegen Pneumokokken (bestimmte Erreger schwerer Lungenentzündungen) und Influenza-Grippe impfen lassen. Ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach Ende der Impfserie gegen SARS-CoV-2 sollte bei anderen Impfungen (mit Ausnahme von Notimpfungen) eingehalten werden.

Weitere Informationen zum Thema Impfschutz für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen lesen Sie hier.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Impfung?

Die Immunsuppression sollte zum Zeitpunkt der Impfung so gering wie möglich sein. Allerdings sollen Betroffene auf keinen Fall für die Impfung ihre Basistherapie absetzen oder verändern. Als Ausnahme gilt die Gabe von Substanzen, die langanhaltend wirksam die Immunantwort der B-Zellen stören, also Rituximab. Für Betroffene, die diesen Wirkstoff bekommen, sollte der Rheumatologe gemeinsam mit dem Betroffenen über eine Therapiepause oder eine Umstellung auf alternative Therapien erwägen.

Quelle: Empfehlungen der DGRh

Wie ist das Verfahren zur Corona-Impfung geregelt?

Das Bundesministerium für Gesundheit hat in einer Verordnung das Verfahren zur Impfung gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 festgelegt. Da zunächst nicht für alle Einwohner ausreichend Impfstoffvorhanden ist, werden zunächst die besonders gefährdeten Personengruppen geimpft. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos, die Berechtigung wurde Anfang Februar an neue Erkenntnisse über besondere Risikogruppen angepasst. Die Impfreihenfolge ist über drei Priorisierungsgruppen festgelegt. Bitte beachten Sie: Wir geben an dieser Stelle nur einen groben Überblick über die einzelnen Gruppen. Eine vollständige Liste, welche Personen und Erkrankungen in der jeweiligen Priorisierungsgruppe sind, finden Sie auf der Internetseite der Bundesregierung "Zusammen gegen Corona".

In der ersten Gruppe mit höchster Priorität für die Impfung sind unter anderem über 80-jährige Personen, Personal, das pflegebedürftige Menschen versorgt, und Personal in medizinischen Einrichtungen, das ein besonders hohes Ansteckungsrisiko hat oder Patienten versorgt, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben. 

In einer zweiten Gruppe mit hoher Priorität sollen unter anderem über 70-Jährige geimpft werden und Personen, die ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben. Dazu gehören unter anderem Menschen mit Trisomie-21, Personen mit akuten oder höchstens fünf Jahre zurückliegenden bösartigen Krebs- und Tumorerkrankungen oder mit einer schweren chronischen Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankung. Außerdem fallen Personen mit bestimmen Berufen in diese Gruppe, zum Beispiel Personal stationärer und medizinischer Einrichtungen, Personal mit Patientenkontakt, Polizei- und Ordnungskräfte.

Als dritte Gruppe mit erhöhter Priorität werden unter anderem Personen über 60 Jahre sowie Personen mit Vorerkrankungen geimpft, bei denen das Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Verlauf der Infektion erhöht ist. In dieser Gruppe sind auch Betroffene von Autoimmunerkrankungen und rheumatologischen Erkrankungen mit aufgeführt. Ärzte können einen entsprechenden schriftlichen Nachweis ausstellen. Darüber hinaus sollen in dieser Gruppe Mitarbeiter von staatlichen Einrichtungen, Personal der kritischen Infrastruktur sowie medizinisches Personal ohne erhöhtes Ansteckungsrisiko, Personal aus dem Lebensmitteleinzelhandel, Lehrer und Menschen in prekären Wohn- und Arbeitssituationen geimpft werden.

Erst nach der Impfung für diese drei Gruppen werden alle anderen gesetzlich und privat krankenversicherten Personen geimpft.

Kontaktpersonen

Pflegebedürftige Betroffene mit einer Vorerkrankung in der zweiten und dritten Priorisierungsgruppe sowie Schwangere dürfen zwei Kontaktpersonen bestimmen, die sich ebenfalls vorrangig impfen lassen können.

Einzelfallentscheidung

Nach Angaben der Ständigen Impfkommission (STIKO) konnten nicht alle Krankheitsbilder, die zu einer erhöhten COVID-19-Gefährdung führen können, genannt werden. Personen, bei denen nach ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände ein sehr hohes, hohes oder erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion besteht, haben im Einzelfall einen Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung in der zweiten oder dritten Gruppe. Voraussetzung ist ein entsprechendes ärztliches Zeugnis.

Wo werden die Impfungen durchgeführt?

Die Impfungen sollen in Impfzentren und durch mobile Impfteams, die den Impfzentren angegliedert sind, durchgeführt werden. Die Impfungen werden durch die Bundesländer organisiert. Erkrankungen, die zu einer Impfung in der zweiten oder dritten Gruppe berechtigen, werden durch ein ärztliches Zeugnis nachgewiesen

Weitere Informationen zur Corona-Impfung finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit. Außerdem stellt das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite Faktenblätter zum Impfen bereit.

Quelle: Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit

Angebote der Rheuma-Liga: Infos, Bewegung, Entspannung

Online-Bewegungsprogramm, Podcasts, Bewegungsvideos, Online-Seminare, Ratgeber und vieles mehr: Die Landes- und Mitgliedsverbände der Deutschen Rheuma-Liga sind auch während der Corona-Pandemie für Sie da. Auf unserer Seite "Angebote für Zuhause" finden Sie einen Überblick über das vielfältige Programm.

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Marion Riedel, Rheuma-Betroffene und Ehrenamtlerin der Rheuma-Liga Bremen, spricht im Video mit Professor Dr. Jens Gert Kuipers, Chefarzt der Klinik für Internistische Rheumatologie am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, über das Verlaufsrisiko einer Corona-Infektion mit einer rheumatischen Erkrankungen und die Corona-Impfung unter immunmodulierenden Therapien.

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